Frieden

Frieden. Einfacher gesagt als getan…

Wenn mir gerade der Kopf raucht von sooooo vielen Gedanken, die mir Sorgen bereiten, und weil ich bis jetzt (noch) keine passende Lösung zu meinen Fragen finde…. Dann fällt es mir nicht leicht, anzunehmen was und wie es gerade ist, geschweige denn Frieden zu schaffen. Pha! Frieden kommt mir momentan sowas von daneben vor! Ich fühl mich ausgelacht vom Frieden, der irgendwo still und tiefverborgen in einer Ecke versteckt in mir hockt. Ich weiss er ist da – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Kann sein, dass er schon da war, als ich noch nicht hier war.

Dieser verflixte Frieden. Dieser stille, gerade sehr introvertierte, tief in mir zurückgezogene Begleiter.

 

Und doch kann ich es fühlen, wie er irgendwo da drin in seiner Ecke sitzt, auf mein Leben blickt und mich still schweigend anlächelt. Ich weiss aber nicht, ob mich das nun eher beruhigen oder beunruhigen soll. Ich weiss, ich könnte einfach zu ihm hingehen, mich daneben setzen, und wir würden wieder beste Freunde sein. Zu einfach! Und ich will mir ja gerade beweisen, dass mein Leben zurzeit alles andere als einfach und friedvoll ist. Ja, mein Ego, es hat mich wieder mal an einem wunden Punkt erwischt und ausgetrickst. So beharre ich nun auf mein Recht frustriert, enttäuscht, klein und dumm zu sein…

 

Würde ich mich meinem Frieden nähern, dann wäre all das verloren, was ich doch in den letzten Tagen so fleissig aufgebaut habe; mein Chaos, meine Enttäuschung, meine kleine dumme Meinung über mich, meinen Frust und Ärger über mein Leben, das ja anscheinend macht was es will. Sehe mich als hilflose Marionette in einem Spiel wo ich nur verlieren kann. Ja, benehme mich wie das Opfer eines über allem stehenden bösen Schöpfers, der das Spiel spielt und mich, die kleine dumme Marionette einfach leiden lässt.

Anders ausgedrückt; ich fühle mich machtlos!

 

Wo und wann habe ich sie denn wieder mal abgegeben, meine (Schöpfer)kraft, meine „Verbindung“, meinen Frieden...?!

Oh ja, ich weiss, wie sehr ich mich wieder mal gegen meine innere Weisheit, gegen mich, mein Herz und mein Leben entschieden habe. Ich sehe, was ich mit meinen missmutigen Gedanken über mich und meine derzeitige Situation angerichtet habe. Ich sehe auf meine selbstgemachten Trümmer, sehe wie ich meinen Glauben an das Gute, Wahre und Schöne zerstören wollte. Wie ich mich für Selbstangriff, Entmächtigung und Verletzung entschied…

Was für ein Fehlentscheid!

 

Was kann ich nun also Besseres tun, als mich wieder meiner versteckten Ecke zu nähern, mich neben meinen stillen treuen Freund Frieden zu setzen und mich von dieser wundervollen Stille erfüllen lassen?! J

 

So sitze ich nun da. Still. Von einem sanften liebevollen Gefühl umgeben, dass mich wissen lässt, dass alles gut wird, dass ich getragen, aufgehoben und geborgen bin. Mein Freund Frieden legt die Arme um mich, hüllt mich ein mit totaler Annahme dessen was ist, mit Vergebung und unendlicher Dankbarkeit. Er ist immer da, mein Frieden…!  Er ist immer da, vor allem wenn ich bereit bin mich ihm hinzugeben. Wenn ich bereit bin, ihn durch und durch zu fühlen. Wenn ich bereit bin meine Urteile, meine Wut, meine Trauer und Enttäuschung anzunehmen um sie abzulegen. Wenn ich bereit bin mich nicht länger selbst zu bekämpfen, und die Welt für meinen Kampf mit mir verantwortlich machen zu wollen, sondern in Liebe anzunehmen was und wie es gerade ist und wer und wie ich gerade bin. Wenn ich bereit bin meine Fehlentscheidungen einzugestehen und mich neu zu entscheiden. Wenn ich bereit bin meine Selbstangriffe zugunsten von Selbstliebe aufzugeben…

 

Frieden, mein treuer Freund, wie konnte ich mich von Dir abwenden, wo Du doch ein ewig wahrer Teil von mir bist?!

Du bist, was ich wirklich bin.

 

Danke!

 

 

 

 

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